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Dienstag, 24. April 2007

mutig


Und das war unser letztes Thema:
Mutig, was ist das für mich:
Ich bin ein Mensch, der die Harmonie liebt und aus diesem Grund ganz schwer sagen kann. Auch etwas zu zerstören fällt mir schwer. Deshalb habe ich erst einen Block gestaltet, der mir in den Farben und Gestaltung gefällt. Dabei habe ich einen selbstgefärbten Fond benutzt. Darauf mit Organza (Föhnbehandelt), Angelina, Spitze, Perlen, Netz, und Stickerei gespielt. Mein Mann gefiel der Block, aber er fragte, "was ist daran mutig?" "Das", sagte ich, nahm eine Schere und schnitt einfach hinein. Das hat mich schon Überwindung gekostet.

begeistert


Da ich gerade in voller Begeisterung an einem größeren Quilt arbeite, konnte ich dies in dem Block zeigen, wie das für mich ist. Ich brauche immer etwas Zeit, um mich für etwas voll zu begeistern. Aber dann kommt es wie eine große Welle, die nicht zu bremsen ist und überschwappt.
Den Hintergrund habe ich aus Resten gewebt und bestickt. Darauf habe ich die Welle gesetzt, die ich aus Organza, Konfettitechnik und Perlenstickerei ausgeführt habe. Sie glitzert und glänzt.

lebendig


Lebendig!
Spontan kam der Gedanke , in dem auch aus dem trockenstem Gestrüpp wieder neues Leben wächst. So lebendig, daß es nicht aufzuhalten ist, und wer wollte das schon. Und noch etwas, das mir lebendig aus meinen Kindertagen in der Erinnerung auftauchte. Es sind die Feuerräder, die zu Ostern mit viel Licht und Bewegung die Hänge herunter rollten.
Das Gestrüpp entstand durch ein mit zwei Beistiften gestricktes Gewirk, aus und auf dem das frische Blattgrün mit Sizeflor entstand. Auch beim Feuerrad benutzte ich dieses Material neben Tüll, Stickerei und Perlen. Der Hintergrund zeigt die Farbe der Sonne, die ich so dringend brauche, um lebendig zu sein.

gerädert


Gerädert, das ist für mich nicht unbedingt etwas Negatives. Ich empfinde es als etwas sehr Anstrengendes, daß oft die Folge einer Überschätzung der eigenen Kräfte ist. Aber wenn ich danach völlig geschafft, gerädert bin, freue ich mich meist darüber, was ich geleistet habe und genieße dann die Ruhe nach dem Sturm.
Der Hintergrund ist mit Organza und Chiffon gebondet und mit ein wenig Silkpaper aufgelockert und bestickt. Die Zahnräder sind die Sterne von Zwirn, die ich golden eingesprüht habe. Die kleinen Räder sind aus einem alten Wecker. Die Steine sind aufgesticktes Tyvec. Bildlich läuft ein kleiner Zweig durch die Räder. Ein Stein liegt schwer darauf. Aber nach all der Tortour richtet sich der Zweig wieder auf und bekommt frisches Grün.

entflammt


Das war mal wieder ein Thema, das mehr gefiel.
Ich habe vor Beginn für mich ein Brainstorming gemacht für was ich alles entbrannt bin. Nun, da gab es vieles. Aber ich wollte mich begrenzen und habe den Schwerpunkt auf entbrannt, begeistert für etwas gelegt. Das zeigt mein Block. Begeistert bin ich
zur Zeit vom Experimentieren und all dem, was ich im Spiel mit Textil kennengelernt habe. Das zeigt der Untergrund mit dem gebrannten Organza auf Rips und die Spielerei mit dem Tywc, das ich mit Perlen umstickt habe. Aber die zweite Richtung, für die ich seit einigen Jahren brenne, ist die Bordunmusik. Sie wird symbolisiert durch den Zweig mit den drei Blüten. Die Begeisterung und das Können, diese Musik auszuüben, wächst langsam aber stetig. Die Blüten, aus Organza mit einem Stück
Apfelsinennetz verschmolzen, sind meine drei Dudelsäcke, ein Hümmelchen, ein estnischer Torupill und eine deutsche Schäferpfeife.

verschnupft


Das Thema verschnupft fiel mir sehr schwer. Erst, nachdem ich miterlebte, wie eine Freundin ungerecht getadelt wurde. Sie war sehr verschnupft. Immer wenn ich zu ihr sah, mußte ich an die drei Affen denken: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Genau so war ihre Reaktion.

enttäuscht


Thema: " enttäuscht "
Ich habe bei 5 Kindern oft beobachten können, wie sie mit
Enttäuschungen fertig werden. Da gab es die einen, die dabei erst total erstarrten. Dann aber löste sich diese Vereisung mit einer Flut von Tränen
Die anderen hatten es viel schwerer. Nach der ersten Erstarrung kapselten sie sich völlig ab. Sie igelten sich richtig ein und ließen niemand an sich heran. Das dauerte eine ganze Zeit, ehe sie die Enttäuschung innerlich verarbeitet hatten.
Diese beiden Reaktionen habe ich versucht darzustellen. Untergrund ist ein Stück leicht getönter Samt. Die Vereisung habe ich in blauem Seidenchiffon dargestellt, das ich mit geschmolzenem Cellophan noch eisiger gemacht habe. Tyvec ist der Enttäuschungsklumpen im linken unterem Bereich. Die Stacheln wollte ich erst aus textilen Perlen herstellen. Aber leider wurden sie immer zu plump, so dass ich zum Schluss vergoldete Zahnstocher genommen habe.

Das nächste Thema zu den Gefühlen war "beschwingt"
Als ich den Block beginnen wollte, überlegte ich, wann war ich das letzte mal locker und beschwingt? Dabei fiel mir ein Tag im Mai am Strand von Naxos ein. Leuchtende glitzernde Farben, heller Sand und türkisfarbenes Wasser, das in ständiger sanfter, rhythmischer Bewegung war. Ich schlenderte am Wasser entlang mit meinem Dudelsack und spielte und merkte nicht, wie die Zeit verging. Meine Freundin sammelte inzwischen Muscheln und Naxosaugen (Verschlußklappen der Meeresschnecke), die mit ihrem Spiralmuster sehr begehrt sind. Farben und Musik, das beschwingt mich.
Diese Spiralen, die auch in der Bewegung der leichten überschwappenden Wellen zu sehen waren, habe ich versucht in der Stickerei mit Perlen aufzunehmen. Die Stoffkanten habe ich mit Malglitter versehen und nach dem Trocknen mit Hexenstichen überstickt. Mit Abstufungen von Tüll habe ich versucht, die Übergänge etwas zu soften. Den Zweig, der aus der Asche meines vorigen Blockes wuchs, schwingt auch in diesem Block mit.

2 Monatsblöcke zum Thema Gefühle



Bei den Alküns hatten wir im letzten Jahr ein Jahresprojekt zum Thema Gefühle. Alle 2 Monate arbeiteten wir einen Block 20x20 cm dazu. Es gab jedesmal dazu ein Unterthema. Das erste war "ausgebrannt" Mein Text dazu:

Ich habe zwei Versuche gemacht. Das Thema Gefühle fiel mir ja sehr schwer, aber ich habe versucht, mich dem zu stellen. Gerade war ich sehr aktiv im positiven Sinn.
Ausgebrannt? Aber doch zu neuen Taten bereit.
An unser Thema ging ich sehr zaghaft heran. Zuerst habe ich mit den verschiedensten Stoffen experimentiert, wie sie wirken und reagieren, wenn ich sie mit einer Flamme behandele. Beim 1. Versuch habe ich diese Experimente einfach übereinander geschichtet und miteinander verbunden. Ganz glücklich war ich nicht dabei. Ich kam mir wie vernagelt vor. Und das habe ich auch versucht, darzustellen.
Beim zweiten Versuch war ich beim ausbrennen schon etwas mutiger, schichtete auch sie wieder übereinander und verband sie. Aber da ich gern positiv denke, sehe ich aus dem ausgebrannten Untergrund immer wieder neues Leben sprießen. Danach fühlte ich mich bedeutend wohler.